Kulturelles Engagement
Eva Schmeckenbecher
„Vertrag der Dinge“
Andreas Feist „Balken hohl“
14. Mai 2012 – 15. Juni 2012
Vernissage: Dienstag, 22.05.2012, 19 Uhr
Öffnungszeiten
Mo.–Fr., 13–18 Uhr
Die letzte Ausstellung im UniCredit Kunstraum zeigt zwei spannende künstlerische Positionen, die ganz unterschiedlich mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Raum umgehen.
Andreas Feist
Andreas Feists Ausstellung mit dem Titel „Balken hohl“ bezieht sich direkt auf den UniCredit Kunstraum und den Sammlungsraum, insbesondere auf die Skulptur von Stephan Balkenhol.
Andreas Feist hat in die Kassettenfläche der Deckenabhängung hunderte quadratische Vierkanthölzer eingearbeitet. So entsteht der Eindruck eines Stützwaldes mit Balken die „Hohl“räume schaffen…eben „Balken hohl“. Das Aktuelle daran ist, jemanden oder etwas zu stützen. Wer oder was gestützt werden muss sei dahingestellt, es soll aber zum Nachdenken Anstoß geben. Das allgemeine Lamento über die momentane wirtschaftliche Lage kann hier von Kunstfreunden aktiv abgefedert werden, denn jeder Besucher kann sich mit einem symbolischen Betrag von mind. 1 €, daran beteiligen, die Massivität des Raumes langsam zu verdichten. Der eingespielte Betrag soll an eine Einrichtung für bedürftige Kinder in Form eines Schecks bei der Finissage ausgehändigt werden.
Gegen Ende des vorhandenen Zeitraumes füllt sich der Raum bis der Eindruck eines massiven Raumblocks entsteht, mit einem L-förmigen Zugang mitten hindurch in den Balkenhol-Raum.
Eva Schmeckenbecher
Seit den letzten 10 Jahren besteht die Arbeit von Eva Schmeckenbecher darin, Fotomaterial zu bearbeiten, d.h. physisch mit Hilfe verschiedener Techniken in Abzüge einzugreifen, sie in ein anderes Medium zu überführen (z.B. Objekt, Videoanimation) und damit inhaltliche Fragen und Zweifel an der Fotografie und ihrem Motiv direkt in Tun und Form zu übersetzen.
Vor diesem Hintergrund präsentiert sie die Ausstellung „Vertrag der Dinge“ im UniCredit Kunstraum mit Realien aus dem großelterlichen Haus. Ihre Reproduktionen (Fotos, Videos, Kopien/ Drucke, evtl. Scans und Zeichnungen) werden wie in einer Skizze oder Mind-Map durch Linien, Flächen, räumliche Situationen, die sich von der gegebenen Architektur und ihren Achsen ableiten, miteinander in Bezug gesetzt. Sie kontrastieren (oder harmonieren) mit spiegelnden, gerasterten Kunststoffplatten, die normalerweise beim modernen Hausbau zur Trittschalldämmung dienen. Der Ausstellungsraum wird zu einem Koordinatensystem, in dem andere mögliche Bezüge, Assoziationen und Sinnzusammenhänge für die Motive und zwischen ihnen entstehen. Die formalen Prinzipien sind Raster, Überlagerungen/ Schichten, Durchkreuzungen.
Eva Schmeckenbecher treibt dabei die Frage an, inwieweit scheinbar vergangene Konventionen und Muster unser heutiges Wahrnehmen, Denken und Leben prägen, und ob bzw. wie sich vermeintlich Altbekanntes in anderen Kontexten verändert und sich dadurch etwas Eigenständiges, Zeitgemäßes und Gültiges entwickeln kann.